14. März 2018

Bewaffnet die Lehrer!

Trumps Vorschlag kommt vor allem für deutsche Schulen in Frage. Er würde die Zahl von Burnouts und sonstigen Erkrankungen von Lehrern drastisch senken, meint unser Autor, nicht ganz ernst gemeint.

Über Trumps Vorschlag, Lehrer zu bewaffnen, würde ich nur dann schreiben, wenn ich dafür wäre. Macht ja keinen Sinn, zu schreiben, was auch alle anderen schreiben, also dagegen. Mal sehen.

Ich stelle mir also vor, deutsche Lehrer würden Waffen tragen. Nicht um Attentäter wegzupusten. Sondern, um mehr Autorität zu gewinnen. Soll bloß noch jemand wagen, den Lehrer mit Papierkügelchen zu beschmeißen. Der Lehrer würde, wie Indiana Jones, lässig seine Waffe aus dem Gürtel ziehen, und alle Schüler gingen in Deckung. So herum sollte es sein, nicht andersherum.

Könnte das den Lehrern also helfen, bessere Lehrer zu werden? Würde es Ihren Krankenstand senken? Die Zahl ihrer Burnouts verringern? Würde gar aus den Psychoten, denen wir uns viele Jahre unseres Lebens anvertrauen, maximal furchterregende 13 Jahre, ganz normale, durchschnittlich gesunde Menschen werden?

Das mit den Psychoten meine ich natürlich nicht ernst. Es leitet sich lediglich aus den Zahlen ab, die ich über den Gesundheitsstand von Lehrern vorliegen habe. Demnach leiden 30% der Lehrer und Erzieher unter Burnout und Erschöpfung. Jeder 2. Gymnasiallehrer fühlt sich durch seine Arbeit massiv gestresst. 50% bis 60% der Lehrkräfte in Deutschland gehen wegen Dienstunfähigkeit vorzeitig in Ruhestand.

Ein Armutszeugnis. Aber weniger für die Menschen, die Lehrer werden. Als für ein System, dass es dazu kommen lässt, dass Menschen solche Lehrer werden. Denn wer wird schon Lehrer, um an einem Burnout zu leiden und wegen Dienstunfähigkeit früher in Rente gehen zu können?

Also, entweder Knarren für die Lehrer oder wir lassen uns etwas anderes einfallen. Dabei ist es recht naheliegend, was wir tun können, um die Gesundheit der Lehrer zu schützen. Den Vorschlag, die nervigen, weil besserwissenden, nörgelnden Eltern abzuschaffen, lassen wir jetzt einfach mal beiseite, weil er nicht realistisch ist.

Also, was tun? Naheliegend sind: Kleinere Klassen. Weniger Problemschüler pro Klasse. Mehr Erzieher zusätzlich zu den Lehrern. Geringere Arbeitszeiten für Lehrer. Ja. Kein Scherz, das gilt insbesondere für Sie, Herr Ex-Bundeskanzler Schröder, der Sie die Lehrer als „faule Säcke“ bezeichnet hatten. Denn im internationalen Vergleich ist die Gesamtarbeitszeit deutscher Lehrer zu hoch.

Und dann gibt’s da noch MindMatters, stammt aus Australien und soll auch in Deutschland dafür sorgen, dass Lehrer weiterhin ohne Waffen auskommen können, um den Bogen zum Beginn dieses Textes zu schlagen. Und was lässt sich durch MindMatters erreichen?

Auf der Homepage von MindMatters klingt das so: „Die Entwicklung einer Schulkultur, in der sich alle Schulmitglieder sicher, wertgeschätzt und eingebunden fühlen. So wird die Schule zunehmend zu einem Ort, an dem man gerne ist.“

Prima. Wo kann ich unterschreiben?

Außerdem geht es um Lehrergesundheit. Das liest sich so: „…Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Gesundheit von Lehrkräften u. a. durch die Arbeit an der Beziehungsqualität in der Schule und in den Klassen. MindMatters bietet Unterstützung für mehr Respekt, Toleranz und Achtsamkeit.

Bestimmt richtig. Aber wie geht das jetzt?

Das finde ich auf der Homepage von MindMatters nicht. Aber „Respekt“ ist immer gut. Am besten Respekt, auch ohne Knarre.

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