1. November 2019

Fitnessarmbänder: Interessante Technologie zur Verbesserung der Gesundheit? (Studie)

Angesichts der zunehmenden Digitalisierung und der steigenden Benutzung von neuen Technologien, sind Beschäftigte mit einer sich sehr schnell verändernden Arbeitswelt konfrontiert. Ein Resultat dieser Veränderung ist die zunehmende Inaktivität während der Arbeitszeit. So verbringt schon heute ein Großteil der Beschäftigten bis zu 71% ihres Arbeitsalltages im Sitzen (Clemes, O’Connell, & Edwardson, 2014), was schwerwiegende Folgen für die Gesundheit nach sich zieht (Biswas et al., 2015). Auf Grund dieser Entwicklung wird die körperliche Inaktivität als eines der größten Gesundheitsprobleme des 21ten Jahrhunderts bewertet (Blair, 2009).

Kann das Tragen von Fitnessarmbändern die Gesundheit fördern? Eine Studie

Allerdings kann die Entwicklung und Verwendung von neuen Technologien nicht per se als negativ für die Gesundheit bewertet werden. Viele Technologien, die in den letzten Jahren entwickelt wurden, bieten ein großes Potential, die Gesundheit ihrer Nutzerinnen und Nutzer positiv zu beeinflussen. Eine Technologie, die in den letzten Jahren besonders populär geworden ist, sind Fitnessarmbänder. Mit Unterstützung von DearEmployee habe ich daher eine Studie durchgeführt, um die Frage zu beantworten, ob sich Fitnessarmbänder zur Verbesserung der Gesundheit am Arbeitsplatz einsetzen lassen.

In einem großen deutschen Mobilitätsunternehmen wurden insgesamt 121 Beschäftigte mit einem Fitnessarmband ausgestattet, welches sie über einen Zeitraum von drei Wochen getragen haben. Neben dem Fitnessarmband erhielten die Teilnehmenden Tipps von einem Online-Coach, wie sie ihre körperliche Aktivität steigern können.

Hinweis auf positive Effekte

Die statistische Analysen zeigten, dass die Beschäftigten ihre Gesundheit nach der Intervention signifikant besser bewerteten als vor der Ausstattung mit dem Fitnessarmband. Selbst drei Monate nachdem die Intervention beendet wurde, fühlten sich die Teilnehmer immer noch gesünder als vor der Intervention.Darüber hinaus konnten die Beschäftigten ihren Body-Mass-Index (Gewicht in Relation zur Körpergröße) reduzieren. Die Gewichtsabnahme war sogar bis zu einem Jahr nach der Intervention stabil. In Bezug auf eher arbeitsbezogene Gesundheitsmaße (Burnout & Vitalität bei der Arbeit) konnten wir in dieser Studie allerdings keine Verbesserung finden.

Nichtsdestotrotz zeigt unsere Studie, dass Fitnessarmbänder zusammen mit einem Online-Coach zur Verbesserung der Gesundheit von Beschäftigten eingesetzt werden können.

Interessiert an der ganzen Studie? Hier finden Sie den Volltext: Lennefer, T., Lopper, E., Wiedemann, A. U., Hess, U., & Hoppe, A. (2019). Improving employees’ work-related well-being and physical health through a technology-based physical activity intervention: A randomized intervention-control group study. Journal of Occupational Health Psychology. Advance online publication. Bei Problemen mit dem Link wenden Sie sich gerne an die Autoren.

Autor: Thomas Lennefer, mit Dr. Amelie Wiedemann

Thomas Lennefer

Thomas Lennefer (thomas.lennefer@hu-berlin.de) ist
Referent Betriebliche Gesundheitsförderung beim AOK Bundesverband und
Wissenschaftler an der Humboldt Universität zu Berlin

 

Literatur:

Biswas, A., Oh, P. I., Faulkner, G. E., Bajaj, R. R., Silver, M. A., Mitchell, M. S., & Alter, D. A. (2015). Sedentary time and its association with risk for disease incidence, mortality, and hospitalization in adults: A systematic review and meta-analysis. Annals of Internal Medicine, 162(2), 123–132. https://doi.org/10.7326/M14-1651

Blair, S. N. (2009). Physical inactivity: The biggest public health problem of the 21st century. British Journal of Sports Medicine, 43(1).

Clemes, S. A., O’Connell, S. E., & Edwardson, C. L. (2014). Office workers‘ objectively measured sedentary behavior and physical activity during and outside working hours. Journal of Occupational and Environmental Medicine, 56(3), 298–303. https://doi.org/10.1097/JOM.0000000000000101

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