28. April 2020

Psychische Belastung aufgrund von Corona minimieren - Arbeitsschutzstandard COVID19

Die Corona-Krise verunsichert nicht nur Unternehmen, sondern auch ihre Beschäftigte. Die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust, vor der unsicheren Zukunft und, dass geliebte Personen oder man selbst erkrankt – dies sind nur einige Beispiele der Ängste und Sorgen mit denen Menschen auf der ganzen Welt täglich konfrontiert sind. Durch die Einführung von Kurzarbeit oder die Arbeit im Homeoffice haben sich die Arbeitsbedingungen in Deutschland massiv verändert. Diese neuen Arbeitsbedingungen können bei Beschäftigten zu bisher unbekannten Fehlbelastungen führen. Auch wenn viele Unternehmen gerade mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen haben, dürfen während der Corona-Krise angemessene Arbeitsbedingungen und Arbeitsschutzmaßnahmen jedoch nicht vernachlässigt werden. Ganz im Gegenteil, Arbeitgeber sollten gerade jetzt die psychische Belastung ihrer Beschäftigten im Blick haben und präventive Maßnahmen ergreifen.

Der neue Arbeitsschutzstandard COVID19

Am 16. April hat der Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung Dr. Stefan Huss  den Arbeitsschutzstandard COVID19 vorgestellt. Dieser formuliert konkrete Anforderungen an den Arbeitsschutz in Zeiten der Corona-Krise. Darin enthalten sind Schutzmaßnahmen wie zum Beispiel die Gewährleistung eines Mindestabstands von 1,5 Metern und der Zugang zu ausreichend Hygienevorrichtungen. Büroarbeiten sollen nach Möglichkeit im Homeoffice stattfinden, besonders bei Beschäftigten, die Kinder oder pflegebedürftige Angehörige betreuen müssen. Auch der Präsentismus, ein oft behandeltes Thema in der Arbeitspsychologie, rückt nun in den Fokus – der Arbeitsschutzstandard fordert von allen Beschäftigten niemals krank zur Arbeit zu erscheinen.

Psychische Belastung in den neuen Arbeitsschutzstandards

Auch zur Minimierung der psychischen Belastung durch Corona wird der Arbeitgeber in dem Schreiben explizit aufgefordert. Die Beschäftigten müssen die Möglichkeit haben, sich an einen Betriebsarzt oder eine Betriebsärztin wenden zu können, um dort Ängste und psychische Belastungen zu thematisieren. Neben diesen Ängsten soll der Arbeitgeber in Zuge von Corona erhöhte psychische Belastungen, wie mögliche konflikthafte Auseinandersetzungen mit Kund*innen, langandauernde hohe Arbeitsintensität in systemrelevanten Branchen sowie Anforderungen des Social Distancing berücksichtigen. Diese zusätzlichen psychischen Belastungen sollen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung erfasst und darauf basierend geeignete Maßnahmen ergriffen werden.

Aktuelle psychische Belastung durch den CoronaCare Survey schnell erkennen

In Reaktion auf die Corona-Krise bietet DearEmployee zurzeit den eigens entwickelten CoronaCare Survey an. Der Fragebogen deckt neben der Gesundheit auch die aktuell wichtigsten Arbeitsthemen ab: das Arbeiten im Home Office (Erreichbarkeit, flexibles Arbeiten), soziale Isolation und Digitalkompetenz. In dieser Stresssituation können Arbeitgeber mit diesem Kurzfragebogen zeigen, dass ihnen die Gesundheit ihrer Belegschaft am Herzen liegt. Denn gerade jetzt müssen Unternehmen ihre Kräfte effizient einsetzen, um Stress zu minimieren, Ängste der Beschäftigten zu bewältigen und Resilienz optimal zu fördern. Der CoronaCare Survey identifiziert akute Arbeitsbelastungen im Unternehmen und unterstützt die Beschäftigten durch zielgerichtete und digitale Maßnahmen.

Ist eine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung zurzeit sinnvoll?

Der CoronaCare Survey hilft Unternehmen den aktuellen Status hinsichtlich der psychischen Belastung durch Corona einzuschätzen und schnell Maßnahmen zu ergreifen. Denn die aktuellen teilweise drastischen Veränderungsprozesse in Unternehmen erfordern ein schnelles Handeln. Der Kurzfragebogen ist jedoch kein Ersatz für eine psychische Gefährdungsbeurteilung im Sinne des § 5f ArbSchG. Arbeitgeber sollten, sobald die Corona-Krise entschärft ist, auch die gesetzlich vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung in ihrem vollem Umfang durchführen. Unternehmen können die psychische Gefährdungsbeurteilung einfach, schnell und unkompliziert online, also auch mit Beschäftigten im Homeoffice, umsetzen. Sie hilft zusammen mit den richtigen Maßnahmen psychische Belastungen frühzeitig zu erkennen, vorzubeugen und die psychische Gesundheit der Beschäftigten nachhaltig zu sichern.

Autorin: Charlott Hoebel

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