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4. Juli 2023

Workplace Insights 2023: Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz

Jetzt ist die perfekte Zeit, um die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz genauer unter die Lupe zu nehmen. Unsere aktuelle Daten von WORKPLACE INSIGHTS zeigen, dass 13% der Mitarbeitenden eine gefährdete psychische Gesundheit haben und Unternehmen durchschnittlich 4,35 Gesundheitsrisiken für Mitarbeiter:innen aufweisen. In diesem Artikel stellen wir euch die wichtigsten Erkenntnisse vor und geben konkrete Vorschläge für effektive Vorgehensweisen.

Die psychische Gesundheit in den WORKPLACE INSIGHTS

Die Verteilung der eingeschätzten mentalen Gesundheit unter den Beschäftigten zeigt ein differenziertes Bild:

Während es ermutigend ist, dass viele Mitarbeitende eine hohe oder eher hohe mentale Gesundheit aufweisen, gibt es auch eine bedeutende Minderheit, deren mentale Gesundheit als gering oder eher gering eingestuft wird.

Die mittlere Ausprägung liegt bei 7,4 von 10. Dies zeigt, dass es in vielen Unternehmen Raum für Verbesserungen gibt. Die Förderung der mentalen Gesundheit sollte nicht nur darauf abzielen, Probleme zu vermeiden, sondern auch darauf, ein Umfeld zu schaffen, in dem alle Mitarbeitenden ihr volles Potenzial entfalten können.

Die Bedeutung der mentalen Gesundheit

Mentale Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von psychischen Erkrankungen. Sie umfasst auch Aspekte wie das allgemeine Wohlbefinden, die Zufriedenheit mit dem Leben und der Arbeit, die Fähigkeit, Stress zu bewältigen, und das Gefühl, einen Beitrag leisten zu können.

Eine gute mentale Gesundheit trägt zur Produktivität, Kreativität und Zusammenarbeit bei und reduziert die Fehlzeiten. Sie kann auch dazu beitragen, das Engagement und die Bindung der Mitarbeitenden zu erhöhen.

Ansätze zur Verbesserung der mentalen Gesundheit

Die Verbesserung der mentalen Gesundheit am Arbeitsplatz erfordert ein vielschichtiges Vorgehen. Dazu gehört die Förderung eines positiven Arbeitsklimas, die Bereitstellung von Unterstützung und Ressourcen für die Bewältigung von Stress und anderen Herausforderungen, die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und -prozesse, und die Förderung von Fairness und Inklusion.

Es ist wichtig, dass Unternehmen eine proaktive Haltung zur mentalen Gesundheit einnehmen und konkrete Maßnahmen ergreifen, um diese zu fördern. Dies kann durch eine Reihe von Strategien geschehen, einschließlich der Ausbildung von Führungskräften und Mitarbeitenden in der mentalen Gesundheit, der Bereitstellung von Beratungs- und Unterstützungsangeboten und der Etablierung einer Kultur der Offenheit und des Respekts in Bezug auf psychische Gesundheitsfragen.

TOP 5 Gesundheitsbeschwerden in Unternehmen

Die Gesundheitsbeschwerden, die am Arbeitsplatz auftreten, können vielfältig sein und die psychische sowie physische Gesundheit der Mitarbeitenden beeinträchtigen. Hier sind die fünf häufigsten Beschwerden, die in den WORKPLACE INSIGHTS Daten identifiziert wurden:

Mehr als jede:r vierte Mitarbeitende leidet unter einer der Gesundheitsbeschwerden

1. Müdigkeit (34,92%)

Müdigkeit ist die am häufigsten gemeldete Gesundheitsbeschwerde. Sie kann auf eine Vielzahl von Faktoren zurückgeführt werden, darunter Überarbeitung, Stress, schlechter Schlaf oder auch körperliche Erkrankungen. Chronische Müdigkeit kann die Konzentration, Produktivität und allgemeine Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

2. Beschwerden des oberen Rückens / Nackens (29,87%)

Diese Beschwerden können durch eine schlechte Körperhaltung, repetitive Bewegungen oder eine lange Zeit in einer Position verursacht werden. Sie sind besonders verbreitet bei Büroarbeitskräften, die den Großteil des Tages sitzend vor dem Computer verbringen. Diese Beschwerden können zu chronischen Schmerzen führen und die Fähigkeit zur Arbeit beeinträchtigen.

3. Schlafprobleme (26,57%)

Schlafprobleme, wie Schwierigkeiten beim Einschlafen, Durchschlafen oder frühzeitiges Aufwachen, können durch Stress, Schichtarbeit, Bildschirmzeit vor dem Schlafengehen oder andere Faktoren verursacht werden. Schlafstörungen können sowohl die physische als auch die psychische Gesundheit beeinträchtigen und die Lebensqualität und Arbeitsleistung mindern.

4. Beschwerden des unteren Rückens (25,10%)

Ähnlich wie Beschwerden des oberen Rückens und des Nackens können auch Beschwerden des unteren Rückens durch sitzende Tätigkeiten, schlechte Haltung oder Heben und Tragen von schweren Lasten verursacht werden. Sie können zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen und die Arbeit sowie die allgemeine Lebensqualität beeinträchtigen.

5. Nicht abschalten können (25,00%)

Dies kann ein Zeichen von Stress oder Überarbeitung sein und kann dazu führen, dass Mitarbeitende auch außerhalb der Arbeitszeit ständig an die Arbeit denken. Dies kann die Erholungszeit reduzieren und zu Erschöpfung, Burnout und anderen psychischen Gesundheitsproblemen führen.

Diese Beschwerden verdeutlichen die Notwendigkeit, die Arbeitsbedingungen und -umgebung zu verbessern, um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden zu fördern. Unternehmen können hier eine Schlüsselrolle spielen, indem sie gesunde Arbeitspraktiken fördern und Ressourcen für das Gesundheitsmanagement bereitstellen.

TOP 5 Arbeitsbedingungen für die Gesundheit

1. Work-Life-Balance (r = 0,49, M = 7,15)

Eine gesunde Work-Life-Balance ist essenziell für die psychische Gesundheit, wie die WORKPLACE INSIGHTS zeigen. Es ist wichtig, dass Mitarbeitende genügend Zeit für Freizeitaktivitäten, Familie und Erholung haben. Unternehmen können hier durch flexible Arbeitszeiten, Home-Office Optionen und eine Kultur, die Überstunden nicht fördert, unterstützen.

2. Emotionale Übereinstimmung (r = 0,41, M = 6,81)

Emotionale Übereinstimmung bezieht sich darauf, wie gut die Emotionen und das emotionale Erleben der Mitarbeitenden mit den Anforderungen und Erwartungen am Arbeitsplatz übereinstimmen. Ein offenes Klima, in dem Emotionen ausgedrückt werden können, kann hierbei helfen. Trainings zur emotionalen Intelligenz könnten ebenfalls nützlich sein.

3. Gerechtigkeit (r = 0,35, M = 7,26)

Gerechtigkeit am Arbeitsplatz kann das Gefühl der Wertschätzung und das Zugehörigkeitsgefühl der Mitarbeitenden erhöhen. Um Gerechtigkeit zu fördern, können Unternehmen transparente Entscheidungsprozesse und klare Kommunikation einsetzen.

4. Arbeitsunterbrechungen (r = 0,33, M = 5,79)

Ständige Unterbrechungen können den Arbeitsfluss und die Konzentration stören. Um dies zu minimieren, könnten Unternehmen „stille Stunden“ einführen, in denen Unterbrechungen vermieden werden, oder dedizierte Räume für konzentriertes Arbeiten schaffen.

5. Wertschätzung (r = 0,32, M = 6,72)

Die Wertschätzung der Arbeit und der Person kann das Wohlbefinden und die Motivation der Mitarbeitenden steigern. Unternehmen könnten regelmäßige Feedback-Runden oder Anerkennungsprogramme einführen, um die Wertschätzung der Mitarbeitenden auszudrücken.

LOW 5 Arbeitsbedingungen für die Gesundheit

1. Erreichbarkeit (r = 0,01, M = 5,49)

Obwohl die Erreichbarkeit nur eine geringe Korrelation zur Gesundheit aufweist, ist sie dennoch wichtig. Ständige Erreichbarkeit kann Stress verursachen. Klare Kommunikationsrichtlinien, etwa feste „Offline-Zeiten“, können hier Abhilfe schaffen.

2. Verantwortung (r = 0,05, M = 7,77)

Verantwortung kann motivierend sein, aber auch Druck erzeugen. Eine gerechte Verteilung der Verantwortung und die Bereitstellung von Unterstützung können dazu beitragen, diesen Druck abzubauen.

3. Reiseaufwand (r = 0,06, M = 7,59)

Ein hoher Reiseaufwand kann stressig sein und die Work-Life-Balance beeinträchtigen. Unternehmen könnten versuchen, den Reiseaufwand zu minimieren, etwa durch Online-Meetings oder eine bessere Planung von Geschäftsreisen.

4. Örtliche Flexibilität (r = 0,10, M = 7,09)

Obwohl die örtliche Flexibilität nur eine geringe Korrelation zur psychischen Gesundheit zeigt, kann sie dennoch zu einer besseren Work-Life-Balance und somit zu einer verbesserten psychischen Gesundheit beitragen. Home-Office Optionen oder die Möglichkeit, von verschiedenen Standorten aus zu arbeiten, könnten hierbei nützlich sein.

5. Zeitliche Flexibilität (r = 0,16, M = 6,87)

Zeitliche Flexibilität kann es den Mitarbeitenden ermöglichen, ihre Arbeit besser mit anderen Verpflichtungen zu vereinbaren. Flexible Arbeitszeiten, Gleitzeitmodelle oder auch die Möglichkeit zur Arbeit in Teilzeit könnten hierbei unterstützen.

Schlussbemerkung

Insgesamt zeigt sich, dass eine Vielzahl von Faktoren aus den Workplace Insights die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz beeinflussen kann. Durch eine ganzheitliche Betrachtung und das Ergreifen gezielter Maßnahmen können Unternehmen dazu beitragen, die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeitenden zu fördern und somit nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch die Produktivität und Motivation am Arbeitsplatz zu steigern.

Die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz ist ein komplexes Thema, das aktive Bemühungen von Organisationen erfordert, um eine gesunde Arbeitsumgebung zu schaffen und aufrechtzuerhalten. Angesichts der aktuellen Daten aus dem Psychreport von der DAK-Gesundheit und der steigenden Relevanz der psychischen Gesundheit ist es wichtig, dass wir uns dieser Herausforderung stellen. Es geht nicht nur darum, die negativen Auswirkungen von Stress und Überarbeitung zu vermeiden, sondern auch darum, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem alle Mitarbeitenden ihre volle Leistungsfähigkeit entfalten können.

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