Wechselwirkung: Natur und Psyche

Wer kennt sie nicht? Lange, stressige Tage im Büro. Diese können nicht nur für den Körper, sondern auch für die mentale Gesundheit belastend sein. Langes Sitzen und mangelnde körperliche Aktivität kann zu ernsthaften chronischen Erkrankungen führen. Doch gelegentliche Bewegungseinheiten können diesem Risiko entgegenwirken und sogar zu einer positiveren Stimmung sowie zu vermehrten Glücksgefühlen führen. Die Wechselwirkung zwischen Natur und Psyche sollte nicht unterschätzt werden.

Aufenthalte in der Natur zeigen starke positive Effekte für die mentale Gesundheit. Wer durchs Grüne geht – sei es in der Freizeit oder in der Mittagspause – tut also nicht nur dem Körper etwas Gutes, sondern auch der Psyche. Körperliche Bewegung ist somit sehr wichtig, um sich gesund zu halten.

Natur gegen Stress

Wenn man gestresst ist, ist es oft das letzte woran man denkt nach draußen zu gehen. Doch gerade dies kann hilfreich sein. Bereits zwei Stunden pro Woche im Grünen fördern die Gesundheit. Dabei müssen diese zwei Stunden nicht am Stück stattfinden, sondern können auf die Wochentage aufgeteilt sein. Entscheidend ist nur die Gesamtlänge, um die gesundheitsfördernde Wirkung zu entfalten. Bereits nach 20-30 Minuten im Grünen kann eine deutliche Reduktion der Stresshormone Cortisol, Adrenalin sowie Noradrenalin festgestellt werden. Hier spielt es keine Rolle, wie groß der Park oder das Waldstück ist. Außerdem wird die Erregung des Nervensystems reduziert und das Immunsystem verbessert. Des Weiteren wir das Selbstwertgefühl gesteigert und Angst abgebaut.

Die positiven Effekte der Natur

Insbesondere Spaziergänge in der Natur, anstatt in urbanen Gebieten verstärken die positiven Gefühle und verbessern die Stimmung. Befragte einer Studie fühlten sich ruhiger und ausgeglichener. Sie berichteten von einem höheren pychologischen Wohlbefindens, einem höherem Gefühl der Sinnhaftigkeit und Vitalität. Gleichzeitig wurden negative Emotionen wie Ärger reduziert. Insgesamt fühlten sich die Probanden weniger deprimiert, gestresst und ängstlich.

Sich in der grünen Natur zu bewegen zeigt also viele positive Effekte:

  • psychische Wohlbefinden erhöht sich (sogar noch vier Stunden nach dem Aufenthalt im Grünen messbar)
  • Menschen fühlen sich entspannter und ruhiger
  • der Aufenthalt in der Natur befreit von Selbstzweifeln
  • Naturerlebnisse haben eine stressreduzierende Wirkung
  • Aufmerksamkeit und Konzentrationsvermögen wird erhöht
  • Blutdruck wird gesenkt
  • Immunsystem wird gestärkt

Und welche Faktoren sind es, die für diese wohltuende Wirkung von Bäumen und Wiesen unterstützen?

Zum einen mag die körperliche Bewegung einen wichtigen Faktor ausmachen. Beispielsweise fördert körperliche Aktivität die Ausschüttung von Glückshormonen. Zudem kann der Verzicht auf Smartphones und jegliche andere digitale Kommunikationsmittel wohltuend sein. Auch der negative Effekt von Lärm sollte nicht unterschätzt werden. Egal ob am Arbeitsplatz oder in der Wohnung zuhause; Lärm kann uns krank machen. Eine langfristig hohe Geräuschkulisse löst häufig ein unterschwelliges, aber hohes Stressniveau aus. Die ruhige Umgebung im Grünen und das Entfliehen aus der Lärmbelastung ist daher sehr gesund und senkt das wahrgenommene Stresslevel. Geräusche, die mit positiven Gefühlen assoziiert werden, wie Blätterrauschen oder Wasserplätschern, sind daher sehr hilfreich, um nach einem stressigen Arbeitstag wieder ins “Gleichgewicht” zu kommen. Auch die Lufthygiene in der Natur ist besser, da Pflanzen Schadstoffe aus der Umgebung herausfiltern.

Um den Nutzen aus der Natur zu ziehen empfiehlt es sich außerdem in sie einzutauchen. Das Waldbaden (Shinin Yoku) ist eine effektive und bereits seit langer Zeit in Japan praktizierte Methode. Diese beinhaltet ein umfassendes Erleben der Natur, indem man sich langsam und achtsam in der grünen Umgebung bewegt.

Einbeziehung der Natur in in unser Arbeitsumfeld

Häufig verbringen wir die Wochentage sitzend und mit einem Computerbildschirm vor den Augen. Doch wie oben erläutert, wurden sämtliche positive Auswirkungen der Natur bewiesen. Dies gilt auch für die Arbeit.Dank der Erhöhung des Konzentrationsvermögens kann die Arbeitsproduktivität verbessert werden. Außerdem ist es möglich, dass durch die vielen gesundheitsfördernden Faktoren weniger Erkrankungen und Krankheitstage entstehen. Durch die stressmindernden Effekte kann auch Burnout entgegengewirkt werden.

Doch wie lässt sich ein grünes Arbeitsumfeld in den Alltag integrieren? 

Auch künstliche Geräusche und Gerüche der Natur können zu einem verbesserten Wohlbefinden führen und zeigen positive Gesundheitseffekte. Beispielsweise mindern Naturgeräusche, denen man durch Kopfhörer lauscht das Stresslevel.

In einer Studie wurde aufgezeigt, dass Patient:innen schneller gesund werden, wenn Bäume und Pflanzen vor dem Fenster sind, statt Häusern oder Gebäuden. Diese Ergebnisse lassen sich zwar nicht direkt auf die psychiche Gesundheit übertragen, aber allein die Tatsache, dass die Natur solch eine große Kraft auf die Gesundheit hat, rückt die Heilkraft der Natur noch mehr in den Fokus. Außerdem ist es sehr wahrscheinlich, dass nicht nur die körperliche, sondern auch die psychische Gesundheit davon profitiert, wenn hinterm Bürofenster eine grüne Umgebung zu sehen ist. Es ist also hilfreich und entlastend, wenn das Bürofenster in Richtung eines Baumes oder einer Wiese zeigt.

 

Zusammengefasst: Eine Langfristige Exposition gegenüber Grünflächen zeigt positive Auswirkungen auf die Gesundheit. Naturverbundene Menschen sind mental gesünder und glücklicher. Aufenthalte in der Natur haben also vielfältige positive Effekte auf unsere Gesundheit und bieten darüberhinaus Anreize für körperliche Aktivität. Der Mangel an Natur wird „Naturentzug“ genannt und hat wiederum einen negativen Einfluss auf unser Wohlbefinden, da er mit Depressionen, Empathieverlust und mangelnder Nächstenliebe in Verbindung steht. Somit wird auch dem sozialen Netzwerk, wie Kolleg:innen Gutes getan, wenn man in die Natur geht. Also: Ab ins Grüne!

 

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Häufig gestellte Fragen zur GBPsych-Dokumentation

Was muss bei der GBPsych dokumentiert werden?

Vier Bestandteile: Ergebnisse, Maßnahmen, Durchführungs- und Wirksamkeitskontrolle.

Gemäß §6 ArbSchG müssen vier Bestandteile dokumentiert werden: die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung nach Bereichen und Belastungsdimensionen, die festgelegten Maßnahmen mit Verantwortlichen und Fristen, die Überprüfung der Durchführung sowie die Überprüfung der Wirksamkeit. Eine Dokumentation, die nur den Befragungsprozess, nicht aber Maßnahmen und Wirksamkeitskontrolle enthält, ist nach §6 ArbSchG unvollständig.

Wie lange muss die GBPsych-Dokumentation aufbewahrt werden?

Mindestens 5 Jahre nach Abschluss eines GBPsych-Zyklus.

Das ArbSchG nennt keine exakte Frist. In der Praxis haben sich mindestens 5 Jahre nach Abschluss eines GBPsych-Zyklus als Standard etabliert. Bei Erkrankungen mit möglichem Arbeitsbezug gelten analog zu Berufskrankheitenregelungen bis zu 30 Jahre. Empfehlenswert ist eine digitale Ablage mit automatischer Versionierung und Zeitstempel.

Ist eine Excel-Tabelle als GBPsych-Dokumentation ausreichend?

Formal ja, praktisch oft problematisch.

Rechtlich ist jedes Format zulässig, das schriftlich oder in vergleichbarer Weise elektronisch vorliegt (§6 ArbSchG). Eine Excel-Tabelle ist also formal erlaubt, muss aber alle vier Pflichtbestandteile vollständig enthalten, und nachträgliche Änderungen müssen erkennbar sein. In der Praxis scheitern Excel-Dokumente oft an Versionsproblemen und fehlender Wirksamkeitskontrolle.

Was passiert, wenn die GBPsych-Dokumentation bei einer Kontrolle fehlt?

Bußgelder bis zu 30.000 Euro nach §25 ArbSchG sind möglich.

Fehlende oder unvollständige Dokumentation gilt als Verstoß gegen §6 ArbSchG. Die Gewerbeaufsicht oder Berufsgenossenschaft kann Mängelhinweise, Verwarnungen oder Bußgelder bis zu 30.000 Euro nach §25 ArbSchG aussprechen. Bei wiederholten Verstößen oder Unfällen können die Konsequenzen erheblich größer ausfallen.

Mehr zu Strafen und Bußgeldern
Muss die GBPsych digital dokumentiert werden oder reicht Papier?

Beide Formate sind erlaubt, digital hat klare Praxisvorteile.

§6 ArbSchG verlangt eine schriftliche oder vergleichbar elektronische Dokumentation, beide Formate sind also zulässig. Entscheidend ist, dass die Dokumentation jederzeit zugänglich, dauerhaft lesbar und gegen unbemerkte nachträgliche Änderungen geschützt ist. Digitale Lösungen bieten Durchsuchbarkeit, Zugriffsrechte, automatische Fristenerinnerung und eine lückenlose Versionshistorie, Papierablage ist erlaubt, aber fehleranfälliger.

Welche Rechte hat der Betriebsrat bei der GBPsych-Dokumentation?

Der Betriebsrat hat ein Einsichtsrecht nach §80 BetrVG.

Der Betriebsrat hat nach §80 BetrVG ein Einsichtsrecht in die Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung, die gewählte Ablageform muss dieses praktisch ermöglichen. Zusätzlich besteht bei der Ausgestaltung des Verfahrens eine Mitbestimmung nach §87 BetrVG. Die Einbindung des Betriebsrats sollte selbst dokumentiert werden, da fehlende Nachweise dazu bei Kontrollen als Mangel gewertet werden können.

GB Psych und Betriebsrat
Gilt die Dokumentationspflicht auch für Betriebe unter 10 Beschäftigten?

Ja, die bisherige Ausnahme entfällt ab 2025/2026 schrittweise.

Die Dokumentationspflicht nach §6 ArbSchG gilt grundsätzlich für alle Betriebe mit mindestens einem Beschäftigten. Für Betriebe mit bis zu 10 Beschäftigten galt bislang eine vereinfachte Ausnahmeregelung, die 2025/2026 schrittweise entfällt. Damit müssen sich auch kleine Betriebe auf eine vollständige, nachvollziehbare Dokumentation einstellen.

Mehr zur GBPsych-Pflicht 2026
Wann muss die Wirksamkeit der Maßnahmen überprüft werden?

Laut BAuA spätestens 12–18 Monate nach Maßnahmeneinführung.

Die Wirksamkeitskontrolle ist der am häufigsten übersprungene Bestandteil, ohne ihn ist die GBPsych nach §6 ArbSchG unvollständig. Die BAuA empfiehlt, die Überprüfung spätestens 12–18 Monate nach Einführung einer Maßnahme durchzuführen, etwa über eine Nachbefragung, ein Feedbackgespräch oder ein erneutes Assessment in der betroffenen Gruppe, jeweils mit dokumentiertem Ergebnis.

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